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Allianz Invest Experten: ,FED wird Zinsen senken‘

Die Allianz Invest-Experten sehen für das 3. Quartal wegen steigender geopolitischer Risiken und anhaltendem Handelsstreit USA-China die (Welt-)Konjunktur belastet. Noch wird nur von Rezessionsgefahr gesprochen, die Kapitalmärkte zeigen sich „volatil“. Anleihen leicht unter-, Aktien leicht übergewichten, empfehlen die Experten.

Martin Bruckner, Chief Investment Officer Allianz Gruppe Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG, Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG: „Die Wachstumsraten für Europa wurden für 2019 zwar leicht nach unten korrigiert, die Konjunkturindikatoren haben sich jedoch stabilisiert.“ © Allianz (2)

 

Anleihen – staatliche oder von Unternehmen - oder Aktien – wo sind die Renditen größer, die Kursentwicklung expansiver? Im „Allianz Invest Quarterly“ diskutieren Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich und Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank AG, und Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG, alle drei Monate mit Pressevertretern die Anlageoptionen.

War im Jänner für das 1. Quartal 2019 der Ausblick, nach einem turbulenten Jahresende 2018 an den Börsen, durchaus – wenngleich verhalten – optimistisch , so diagnostizierten Bruckner und Ramberger im April für das 2. Quartal 2019 für die Weltwirtschaft „Wachstumsprognosen im Sinkflug“ und waren sich uneins, ob nun eine „Dichte Wolkendecke oder klarer Konjunkturhimmel?“ zu erwarten wäre.

Für das 3. Quartal im Juli fällt das Wort „Rezession“ öfter als zuletzt. Die Allianz–Experten sehen die „Kapitalmärkte zwischen Wachstumsabschwächung und geldpolitischen Impulsen“ und sehen die „Weltwirtschaft am Scheideweg“. Die Begründung macht jeden Tag Schlagzeilen: Die geopolitischen Risiken. Der Handelsstreit zwischen den USA und China aber letztlich auch, formulieren Bruckner und Ramberger, und die einfache Tatsache, dass in „Märkten in einer spätzyklischen Phase die Rezessionsgefahren steigen“, trübt die Erwartungen ein. Namentlich der Handelskonflikt USA-China mit all seinen Nebenwirkungen und Verunsicherung mache eine belastbare Prognose unmöglich. Daher lautet derzeit die Analyse in Kurzform: „Scheideweg und Weggabelung“. „An der erfolgsverwöhnten US-Wirtschaft geht der Handelskonflikt nicht spurlos vorüber“, kommentiert Ramberger. „Eine drohende Eskalation zu einem Handelskrieg würde vor allem die Industrieländer und auch die USA selbst stark negativ treffen“ In China schwächt sich das Wachstum ebenfalls ab. In diesem „Scheidweg-Szenario“ habe sich „im Vergleich zu den bereits niedrigen Erwartungen“ Europa insgesamt „relativ stabil“ entwickelt. Zwar „schwächelt Deutschland unter anderem infolge der Probleme der Autoindustrie weiter, aber Großbritannien verhält sich auf stabilem Niveau“, analysiert Ramberger. Bruckner ergänzt: „Die Risiken haben sich jedenfalls nicht reduziert“.

Kommt die Zinswende?

Nachdem die US-Notenbank im vergangenen Jahr vier Mal die Zinsen angehoben hat, zeichnete sich zuletzt eine Zinswende ab: „Wir gehen davon aus, dass die FED bereits im Juli die Zinsen senken wird“, so Ramberger. Auch EZB-Chef Draghi signalisierte zuletzt Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen – ob die designierte Nachfolgerin Christine Lagarde allerdings diesen Kurs so fortsetzen wird sei noch unklar.

Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, sinkende Anleiherenditen und negative Gewinnrevisionen sorgten für zunehmende Konjunkturängste und Beunruhigung an den Märkten, „was sich in deutlichen Aktienabflüssen niederschlug“, beobachten Bruckner und Ramberger. „Aktienbewertungen liegen um den historischen Schnitt und sind damit relativ attraktiv zu den niedrigen Anleiherenditen“. Die erwartete Trendwende der Notenbanken sollte die Risikomärkte im kommenden Quartal unterstützen und gleichzeitig die gefallenen Anleiherenditen auf niedrigem Niveau verankern.

„Im aktuellen Umfeld empfehlen wir Anlegern, Anleihen leicht unterzugewichten und Aktien leicht überzugewichten“, so die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal. Konkret werden Staatsanleihen aus den USA sowie Unternehmensanleihen neutral gehalten, Euroland-Anleihen unter- und Anleihen aus den Emerging Markets übergewichtet. Aktienseitig empfehlen Bruckner und Ramberger ein Übergewicht für Aktien aus den Emerging Markets. US-Aktien und jene aus Europa werden neutral gewichtet, japanische Aktien werden untergewichtet.

Und schließlich ein durchaus zuversichtlicher Ausblick: „Die Wachstumsraten für Europa wurden für 2019 zwar leicht nach unten korrigiert, die Konjunkturindikatoren haben sich jedoch stabilisiert.“

Download der 18seitigen Präsentation Allianz Invest Quarterly 3/2019 "Weltwirtschaft steht am Scheideweg“ hier.

Herwig Stindl

  • Partner