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Autonomes Fahren und die Folgen für Finanzbranche

Der Finanz-Marketing Verband FMVÖ diskutierte vor Kurzem die Auswirkungen des „autonomen Fahrens“ auf die Finanzbranche. Was könnten die Folgen des geänderten Nutzungsverhaltens in der Mobilität sein?

FMVÖ-Financial Forum „Autonomes Fahren“: Renato Eggner (Geschäftsführer Raiffeisen Leasing GmbH), Reinhard Gojer (Vorstandsdirektor DONAU Versicherung), Gerhard Greiner (AlpLab GmbH, TU Graz), Robert Kleedorfer (Moderation/Kurier), Rainer Stelzer (Vorstandsdirektor Raiffeisen Landesbank Steiermark), Gert Schneller (Senior Managing Consulting Automotive Banking IBM Europe): Kühne These „2030 kein privater Autobesitz mehr“. © FMVÖ

 

Die Mobilität befindet sich auch in Österreich in einem unverkennbaren Umbruch. Die ersten selbstfahrenden Busse haben am dieser Tage ihren Testbetrieb in der Seestadt Aspern in Wien aufgenommen. Auch im Individualverkehr ist die neue Art der Mobilität nicht mehr aufzuhalten und sorgt schon heute für ein geändertes Kauf- und Nutzungsverhalten junger Menschen.

Im Rahmen des FMVÖ-Financial Forums „Autonomes Fahren - eine Disruption der Finanzbranche?“ diskutierten im IBM-Österreich Headquarter hochkarätige Podiumsgäste über Auswirkungen und mögliche Zukunftsszenarien für die österreichische Finanzbranche, Versicherungen, Kommerzkunden-Finanzierer und Leasinggesellschaften.

Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch Gerhard Matschnig, Vize-Präsident des Finanz-Marketing Verbands Österreich, informierte einer der führenden Experten Europas, Gerhard Greiner vom Alp.Lab GmbH, das interessierte Publikum zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich autonomem Fahren.

Gemeinsam mit Renato Eggner, Geschäftsführer der Raiffeisen Leasing GmbH, Reinhard Gojer, Vorstandsdirektor DONAU Versicherung, Rainer Stelzer, Vorstandsdirektor Raiffeisen Landesbank Steiermark und Gert Schneller, Senior Managing Consulting Automotive Banking IBM Europe, entwickelte sich eine spannende Diskussion.

„Privaten Autobesitz wird es 2030 nicht mehr geben“, betonte Greiner – die Alp-Lab GmbH betreut die steirische Testregion für autonomes Fahren - gleich zu Beginn der Diskussion. Als Gründe nannte er die Umweltbelastung und den Mangel an Stellplätzen. „Das will kein Hersteller hören“, betonte Gert Schneller. „Die Jungen wollen Flexibilität, sie wollen kein Auto besitzen“.

„Diese Flexibilität bieten wir bereits“, so Renato Eggner. „Unsere Kunden können vier Wochen im Jahr ein anderes Fahrzeug nutzen“. Rainer Stelzer will in Zukunft mit noch mehr Services wie etwa Datenmanagement bei den Kunden punkten. An einen so schnellen Wandel in der Nutzung des Autos wie Greiner glaubt er allerdings nicht. „Das Jahr 2030 ist zu kurz gegriffen.“

Reinhard Gojer unterstrich, dass auch beim autonomen Fahren die gesetzlichen Verpflichtungen zur Versicherung bleibe. „Die Verschuldensfrage bei Unfällen jeweils eindeutig zu klären, das wird hingegen aufgrund der eingesetzten Technik diffiziler“.

Ohne Zweifel stehen die Industriegesellschaften vor einem neuen, spannenden Zeitalter der Mobilität, in dem das autonome Fahren einen technologischen Trend mit durchaus disruptivem Potential darstellt. Mit dem Anspruch „Mobility as a Service“ sind die ersten Auswirkungen auf die Finanzbranche bereits deutlich spürbar. Zumindest in Großstädten gibt es eine klare Tendenz weg vom „Besitzen und hin zum Teilen“, wie die Vielfalt an Car- und Bikesharing-Anbietern eindrücklich belegt. Das heißt, die Besitzstrukturen verlagern sich langsam aber stetig von Privatpersonen zu kommerziellen Anbietern. Dieser Trend wird mit dem Einzug autonom fahrender Fahrzeuge noch einmal einen Schub bekommen.

Offen ist die Frage, ob es langfristig ausreichen wird, die eine oder andere Anpassung in Richtung mehr Service und Flexibilität vorzunehmen oder ob komplett neue Geschäftsmodelle entwickelt werden müssen. In diesem Falle könnten Finanzdienstleister in Zukunft als „Mobilitätsdienstleister“ agieren.

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