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Cybercrime in KMU: ,Mittlerweile jeder betroffen‘

Die Fälle von Cybercrime-Attacken steigen, zunehmend stehen auch Klein- und Mittelunternehmen im Visier von Cyberkriminellen. Ob Phishing, Hacking oder Datendiebstahl – die Auswirkungen sind besonders weitreichend. VVO, KFV, Bundeskriminalamt und WKO mahnen zu Prävention und Absicherung.

Unternehmen,  Versicherungen
Ing. Martin Heimhilcher, Obmann Sparte Information & Consulting WK Wien, Mag. Rémi Vrignaud, VVO-Vizepräsident, Dr. Othmar Thann, Direktor KFV, Oberstleutnant Wilhelm Seper, Stv.-Leiter des Cybercrime-Competence-Center des BK, Prof. Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär VVO. © VVO/APA-Fotoservice/Hautzinger

 

„Cybercrime ist kein Delikt, das nur große Konzerne bedroht. Es ist wichtig, dass Österreichs KMU – das Rückgrat unserer Wirtschaft – erkennen, welche Bedrohung auf sie zukommt. Durch einen Feind, den man nicht sieht, der aber von Tag zu Tag besser und effizienter wird. Umdenken in Sachen Sicherheit ist ein Gebot der Stunde. Allein auf Sicherheitsmaßnahmen aus früheren Zeiten zu bauen, gefährdet die Existenz jedes Unternehmens“, erklärt Mag. Rémi Vrignaud, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Der Versicherungsverband Österreich stellte kürzlich in einer vielbeachteten Pressekonferenz gemeinsam mit Bundeskriminalamt und Wirtschaftskammer Wien, Sparte Information und Consulting, und Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV die aktuelle Bedrohung anhand der Vorkommnisse dar:

Für Österreich gibt das Bundeskriminalamt im Bereich der Internetkriminalität für das Jahr 2018 insgesamt 19.627 geahndete Straftaten an, das ist eine weitere Steigerung im Vergleich zum Vorjahr 2017 um 16,8 Prozent. Seit 2014 sind kontinuierliche Anstiege im Bereich Cybercrime zu verzeichnen: 2018 wurden 19.627 Anzeigen der Polizei gemeldet. Mit einer Zunahme von 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr wird der Trend der letzten Jahre fortgesetzt. „Kriminalität verlagert sich ins Internet und jeder, der damit verbunden ist, kann zur Zielscheibe von Cybercrime werden. Für kleine und mittlere Unternehmen stellen vor allem Betrugsversuche und Erpressungen eine große Gefahr dar. Wichtig ist es, seine Mitarbeiter zu schulen und für die Probleme zu sensibilisieren, seine IT Infrastruktur stets upzudaten und auf Notfallszenarien vorbereitet zu sein, denn wenn die IT zusammenbricht heißt es schnell und strukturiert zu handeln, um den Schaden möglichst gering zu halten“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

80 Prozent der KMU Ziel von Cyberangriffen

Eine aktuelle KFV-Studie zeigt, dass 2019 80 Prozent der befragten Klein- und Mittelunternehmen in Österreich in den letzten Jahren Ziel von Cyberangriffen waren. Tatsächlich einen Schaden erlitten haben im Jahr 2019 39 Prozent, das ist eine Steigerung um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2018. Der Mehrheit der betroffenen Unternehmen, die in der KFV-Studie auch einen finanziellen Verlust beziffern konnten oder wollten, entstanden jeweils Schäden zwischen 130 € und 10.000 Euro, wobei einige der Befragten Gesamtschäden von sogar bis zu 150.000 Euro angaben.

„Ein großes Problem ist, selbst wenn Straftaten festgestellt werden, gelangen diese nur in wenigen Fällen zur Anzeige und somit zur Kenntnis der Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden“, analysiert Thann. Und: „„Die meisten Attacken erfolgen nicht gezielt, sondern automatisiert, das heisst die Angreifer kennen ihr Ziel nicht. Oft genügen schon ein paar einfache Dinge, um sich dagegen zu wappnen – neben technischen Sicherheitsmaßnahmen sind geschulte Mitarbeiter ein zentrales Präventionselement.“

Laut KFV-Studie werden von den meisten Unternehmen verdächtige Mails zwar gelöscht und Computer-Updates durchgeführt und fast alle Unternehmen besitzen ein Anti-Viren-Programm, doch darüber hinausgehende Maßnahmen wie ein externes Datenbackup (zwei Drittel der Unternehmen) oder der Besuch von Schulungen (nur 41 Prozent) werden weit seltener durchgeführt. Wichtig ist es, seine Mitarbeiter zu schulen und für die Probleme zu sensibilisieren, seine IT Infrastruktur stets upzudaten und auf Notfallszenarien vorbereitet zu sein, denn wenn die IT zusammenbricht heißt es schnell und strukturiert zu handeln, um den Schaden möglichst gering zu halten.“

Cybersecurity-Hotline für Unternehmen: 0800 888 133

„Im Fall der Fälle, wenn ein Cyberangriff trotz Präventionsmaßnahmen passiert ist, wollen wir unseren Unternehmen Unterstützung und vor allem sehr schnelle Hilfe bieten.“, erklärt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der Wirtschaftskammer Wien. Als Soforthilfe-Maßnahme bei Sicherheitsvorfällen, wie zum Beispiel Virenbefall, Verschlüsselungstrojaner oder digitaler Erpressung bietet die Cyber-Security-Hotline der WKO betroffenen Betrieben rasche Hilfe. Unter der Nummer 0800 888 133 erhalten Mitglieder der WKO an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr professionelle Unterstützung.

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