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Digitalisierung, Geschäftsmodelle, Governance, Krisenfestigkeit

Die Finanzmarktaufsicht FMA und die Oesterreichische Nationalbank OeNB haben zum Jahreswechsel gemeinsame Ziele in der Bankenaufsicht für 2020 festgelegt; die FMA wird 172 Vor-Ort-Prüfungen durchführen und damit ihre „Prüfintensität“ deutlich erhöhen.

© FMA

 

FMA und die OeNB werden die Schwerpunkte in der Bankenaufsicht im Jahr 2020 auf die Themen Digitalisierung, Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen, Governance und Krisenfestigkeit - inklusive Nachhaltigkeit der Kreditvergabe - der Kreditinstitute legen. Diese Festlegung gemeinsamer Aufsichtsschwerpunkte, so die beiden Prüforgane, ist eine der Maßnahmen, die FMA und OeNB bereits 2019 zur weiteren Optimierung der Zusammenarbeit getroffen haben.

Ein Schwerpunkt der Vor-Ort-Prüfungen in der Bankenaufsicht wird im Jahr 2020 im Bereich der Überprüfung von IT-Risiken – etwa IT-Sicherheitsrisiken und Cybersicherheit – liegen.

Die österreichische Bankenaufsicht wird weiters die Auswirkungen von Geschäftsmodellanpassungen (Stichwort „Markteintritt neuer Player auf dem Bankenmarkt“) evaluieren und daraus resultierende Erkenntnisse im Überprüfungsprozess (SREP Supervisory Review and Evaluation Process), berücksichtigen. Darüber hinaus soll der enge Kontakt mit der österreichischen Fintech-Landschaft weitergeführt werden.

Die Bankenaufsicht wird weiters die Governance, also die Grundsätze der Unternehmensführung, der Kreditinstitute prüfen – insbesondere sollen durch diese Maßnahme interne Kontrollfunktionen wie Innenrevision und BWG-Compliance gestärkt werden. Zusätzlich wird ein Fokus auf Datengovernance, Datenqualität und Konsistenz in der Datenaggregation gelegt. Zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Governance in Kreditinstituten im Jahr 2020 sollen Workshops abgehalten werden.

Schließlich wollen, um die Krisenfestigkeit der österreichischen Banken zu stärken, FMA und OeNB den konsequenten Abbau von notleidenden Krediten (Non-Performing Loans, NPLs) überwachen und entsprechende NPL-Abbaustrategien aktiv begleiten; auch das Thema nachhaltiger Kreditvergabestandards soll unter präventiven Gesichtspunkten weiter verfolgt werden. Mittels Stresstests soll zudem in 2020 die Widerstandsfähigkeit sowie die Angemessenheit der Kapitalausstattung der österreichischen Banken überprüft werden.

Prüfplan 2020

Allein die FMA wird, so ihr „Prüfplan“, im heurigen Jahr 172 Vor-Ort-Prüfungen durchführen. Planmäßig sollen 45 Banken im Bereich der Solvenzaufsicht (hier erfolgt die Prüfung durch die OeNB) und Vertriebsaufsicht geprüft werden; bei Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen sind 43 Vor-Ort-Prüfungen angesetzt. Weiters sind 27 Vor-Ort-Prüfungen bei Versicherungsunternehmen und 20 bei Investmentfondsmanagern geplant; die Betrieblichen Vorsorgekassen sowie die Pensionskassen sollen zusammengerechnet sieben Prüfungen unterzogen werden. Im Bereich der Geldwäscheprävention werden 30 Vor-Ort-Prüfungen, hauptsächlich bei Kreditinstituten, erfolgen.

Eine konkrete und detaillierte Darstellung aller Maßnahmen der „Aufsichts- und Prüfschwerpunkte 2020“ ist auf der Website der FMA (https://www.fma.gv.at/publikationen/fakten-trends-strategien/) sowie in der 180seitigen Publikation „Fakten, Trends und Strategien 2020“ – Download hier - veröffentlicht. (hs)

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