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Erste Group: Rekordergebnis zum 200-Jahre-Jubiläum

Der US–Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman ist nachhaltig falsifiziert. Er hatte bekanntlich vor 10 Jahren wegen des starken CEE–Engagements der heimischen Banken Österreich insgesamt den Staatsbankrott vorausgesagt. Andreas Treichl, CEO der Erste Group, die ihre Ertragskraft aus just dem CEE-Raum entscheidend schöpft, präsentierte jüngst ein Rekordergebnis dieser mitteleuropäischen Bankengruppe. Er konnte sich den Hinweis auf Krugman naturgemäß nicht verkneifen.

Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG: Rekord zum Jubiläum, positiver Ausblick 2019 – „Das reale Wirtschaftswachstum wird in CEE mit rund 3 % und in Österreich mit über 2 % prognostiziert. Die Löhne sollten real steigen und somit die Inlandsnachfrage treiben.“ © Erste Bank / Andi Bruckner

 

© Erste Group

 

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„Das Jahresergebnis, das sich um mehr als ein Drittel auf knapp 1,8 Milliarden Euro verbessert hat, ist nicht nur das Beste in unserer Geschichte, sondern auch ein Geburtstagsgeschenk an unsere Gründer, die vor 200 Jahren ein Geschäftsmodell entwickelt haben, welches die Region, in der wir heute wieder aktiv sind, stark verändert hat“, zeigt sich Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG, zufrieden. Er zieht sich bekanntlich zu Jahresende aus der Funktion an der Spitze der Erste Group zurück und wechselt als Chef in die Stiftung.

Vor diesem Hintergrund sei vor allem die starke Dynamik auf der Einlagen- wie auch auf der Kreditseite – beide stiegen um circa 7 % – sehr erfreulich. „Zeigt sie doch deutlich, dass wir mit unserem regionalen Footprint weiterhin in der wirtschaftlich dynamischsten Region der EU aktiv sind. Niedrige Arbeitslosenrate, steigende Reallöhne und zunehmende wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit tragen wesentlich dazu bei, dass Unternehmer in unserer Region bereit sind Risiko zu übernehmen, zu investieren – und somit Arbeitsplätze zu schaffen“, so Treichl weiter.

Auf der Privatkundenseite spiegle sich die positive Stimmung in der anhaltend starken Nachfrage nach Wohnraum- und Konsumkrediten wider. „Und das starke Wachstum auf der Einlagenseite unterstreicht das Vertrauen unserer Kunden in uns als 200-jährige Institution, allerdings auch das Fehlen eines Kapitalmarktes als Alternative zum Sparbuch. Auf der Passivseite unserer Region stand im Jahr 2018 sicherlich die Tatsache, dass für uns als Unternehmen das politische Risiko im Moment stärker wiegt als das wirtschaftliche – wobei dies ein Phänomen ist, das nicht nur auf CEE zutrifft“, erklärte Treichl.

„Unser Geschäftsmodell spielte 2018 seine Stärken voll aus: In einem anhaltend positiven Risikoumfeld, das zu einer weiteren Verbesserung der NPL-Quote (NPL – non-performing loans; notleidende Kredite)auf nunmehr 3,2 Prozent geführt hat, kommt ein erfreulicher Anstieg von 5,3 Prozent im Zinsüberschuss und von 3,1 Prozent im Provisionsüberschuss hinzu. Die Kosten blieben fast unverändert und waren somit ein weiterer wesentlicher Faktor für die deutliche Ausweitung des Betriebsergebnisses um knapp 9 %. Wir sind mit unserer Liquiditätsausstattung ebenso zufrieden, wie mit dem Kapital: die harte Kernkapitalquote liegt bei 13,5 Prozent, die Eigenmittelquote bei 18,2 Prozent. Vor diesem Hintergrund wollen wir unsere Zufriedenheit auch mit den Aktionären teilen und werden der Hauptversammlung eine auf 1,40 Euro pro Aktie erhöhte Dividende vorschlagen“, kommentierte Treichl das vorläufige Jahresergebnis.

Der Zinsüberschuss stieg – vor allem in Tschechien und in Rumänien, aber auch in Österreich – auf 4.582,0 Millionen Euro (+5,3 %; 4.353,2 Millionen Euro Anno 2017). Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf 1.908,4 Millionen Euro (+3,1 %; 2017: 1.851,6 Millionen Euro). Anstiege gab es vor allem bei den Zahlungsverkehrsdienstleistungen und in der Vermögensverwaltung. Während sich das Handelsergebnis mit 1,7 Millionen Euro (2017: 222,8 Millionen Euro) negativ entwickelte, verbesserte sich gleichzeitig die Position Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten, erfolgswirksam zum Fair Value bilanziert, auf 195,4 Millionen Euro (2017: minus 12,3 Millionen Euro). Die Betriebserträge stiegen im Jahr 2018 auf 6.915,6 Millionen Euro (+3,7 %; 2017: 6.669,0 Millionen Euro).

Der Verwaltungsaufwand blieb mit 4.181,1 Millionen Euro (+0,5 %; 2017: 4.158,2 Millionen Euro) nahezu stabil. Ausschlaggebend dafür war die Reduktion der Sachaufwendungen auf 1.234,9 Millionen Euro (-5,7 %; 2017: 1.309,6 Millionen Euro), die hier inkludierten Beitragsleistungen in Einlagensicherungssysteme beliefen sich auf 88,6 Millionen Euro (2017: 82,8 Millionen Euro). Der Anstieg der Personalaufwendungen auf 2.474,2 Millionen Euro (+3,6 %; 2017: 2.388,6 Millionen Euro) sowie der Abschreibungen (+2,6 %) konnte damit fast gänzlich kompensiert werden. Insgesamt verbesserte sich das Betriebsergebnis auf 2.734,6 Millionen Euro (+8,9 %; 2017: 2.510,8 Millionen Euro), die Kosten-Ertrags-Relation auf 60,5 Prozent (2017: 62,4 Prozent).

Die Bilanzsumme stieg im Jahr 2018 auf 236,8 Milliarden Euro (+7,3 %; 2017: 220,7 Milliarden Euro). Während sich auf der Aktivseite Kassenbestand und Guthaben auf 17,5 Milliarden Euro (2017: 21,8 Milliarden Euro) verringerten, erhöhten sich Kredite an Banken auf 19,1 Milliarden Euro (2017: 9,1 Milliarden Euro). Die Kundenkredite stiegen auf 149,3 Milliarden Euro (+7,0 %; 2017: 139,5 Milliarden Euro). Passivseitig gab es einen Zuwachs sowohl bei den Einlagen von Kreditinstituten auf 17,7 Milliarden Euro (2017: 16,3 Milliarden Euro) als auch erneut bei Kundeneinlagen – und zwar in allen Märkten der Erste Group – auf 162,6 Milliarden Euro (+7,7 %; 2017: 151,0 Milliarden Euro). Das Kredit-Einlagen-Verhältnis lag bei 91,8 Prozent (2017: 92,4 Prozent).

Der Ausblick basiert auf anhaltend soliden Makro-Werten in der Region der Erste Group: Das reale Wirtschaftswachstum wird in CEE mit rund 3 % und in Österreich mit über 2 % prognostiziert. Die Löhne sollten real steigen und somit die Inlandsnachfrage treiben. Die weitere Entwicklung der öffentlichen Finanzen sollte die positive wirtschaftliche Entwicklung unterstützen.

Basierend auf einem angenommenen Kreditwachstum im mittleren einstelligen Bereich werden die Erträge 2019 stärker wachsen als die Kosten. Die Risikokosten dürften steigen, bleiben aber auf einem unverändert niedrigen Niveau (10-20 Basispunkte).

Zum Download: Die 18-seitige Präsentation Jahresergebnis 2018 Erste Group.

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