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Erste Group steigert Ergebnis und erhöht Dividende

Die Erste Group meldet plus 8,7 % Steigerung des Betriebsergebnisses auf 2,97 Milliarden Euro für 2019 und erhöht die Dividende auf 1,50 Euro pro Aktie. CEO Bernd Spalt: „Die Erste Group ist kerngesund. Das ist im europäischen Bankensektor momentan eher selten.“

Bilanz 2019 des Erste Group Vorstand: Ara Abrahamyan (Chief Digital Officer), Stefan Dörfler (CFO), Bernhard Spalt (CEO), Alexandra Habeler-Drabek (Riskmanagement), Ingo Beier (Retail), Peter Bosek (Privatkunden und CEO Erste Bank): „Diese guten Ergebnisse möchten wir mit unseren Aktionären teilen und werden eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie vorschlagen.“ © Erste Group

 

Licht aus, Bildschirm an, Intro-Movie: „History never repeats itself“, the impossible becomes the ordinary“, longing for trust“, a bank can be for everyone“, „keep growing – for prosperity“ und schließlich „we believe in an brighter future for all!“. Licht an, Auftritt Bernhard Spalt, CEO der Erste Group. Es ist sein erster Auftritt als CEO der Erste Group zur Präsentation des Jahresergebnis nach Andreas Treichl, und Spalt weiss, was er Treichl – der seit 2008 bis zu seinem Wechsel im Jänner in den Aufsichtsrat CEO der Erste Group war – verdankt: „Andreas Treichl hat die Gruppe in einem ausgezeichneten Zustand übergeben. Wir werden weiter betreiben, was Treichl begonnen hat.“ Und das ist ganz eindeutig die Fokussierung auf „den Osten der EU“, skizziert spalt (wo nurmehr Polen ein „weisser Fleck“ in der Erste Group Landkarte ist). Denn die CEE-Länder wachsen ungebrochen, so Spalt, „deutlich über dem europäischen Durchschnitt mit einem realen BIP-Wachstum von 2 bis 4 % - im Vergleich zur Eurozone mit 1 %!“ Das sei ein „widerstandsfähiges Wachstum“, hauptsächlich durch Binnennachfrage gestützt (und auch Lohnerhöhungen, die – siehe weiter unten – auch die Erste Group und ihre Kosten betrifft), aber: Auf Basis dieses widerstandsfähigen Wachstums der Region, der Größe unseres Netzwerks und der Stärke unserer Marke waren wir in der Lage, eine 7-prozentige Steigerung sowohl der Einlagen als auch des Kreditvolumens zu erzielen. Unsere betrieblichen Erträge sind doppelt so schnell gestiegen wie unsere Kosten – und das durch Steigerungen in allen Ertragsströmen.“ Dies entspreche, erinnert Spalt an das 200-Jahre-Jubiläumsjahr 2019, ganz im Sinne der Gründungsurkunde der Erste: „Wohlstand für alle schaffen!“

Die Betriebserträge der Erste Group stiegen im Jahr 2019 auf EUR 7.255,9 Millionen Euro (+4,9 %; 2018: 6.915,6 Millionen). Der höhere Verwaltungsaufwand von 4.283,3 Millionen Euro (+2,4 %; 2018: 4.181,1 Millionen Euro) war vor allem auf gestiegene Personalaufwendungen in Höhe von 2.537,1 Millionen Euro (+2,5 %; 2018: 2.474,2 Millionen) zurückzuführen – bedingt durch entsprechende Lohnerhöhungen, Stichwort „Wohlstand für alle!“ Privatkundenvorstand Peter Bosek nennt bis zu 6 Prozent Gehaltssteigerungen als Kostentreiber). Insgesamt stieg das Betriebsergebnis auf 2.972,7 Millionen Euro (+8,7 %; 2018: 2.734,6 Millionen Euro), die Kosten-Ertrags-Relation – und das hebt Spalt mehrmals hervor - verbesserte sich auf 59,0 Prozent (60,5 Prozent).

CFO Stefan Dörfler wird bei seiner Präsentation ankündigen, dass dieses Cost-Income-Ratio bis 2024 55 Prozent betragen soll – „eine enorme Herausforderung!“ Das Kreditvolumen, so Dörfler, sei um 7,3 % auf 160,3 Milliarden Euro gestiegen (2018: 149,3 Milliarden); die Kundeneinlagen um 6,9 % auf 173,8 Milliarden Euro (2018: 162,6 Milliarden). Das Kredit-Einlagen-verhältnis liegt 2019 bei 92,2 Prozent (2018: 91,8 Prozent). Das „zentrale Ziel der Bank“, erläutert Dörfler, sei die weitere Steigerung der Kernkapitalquote, 2019 um 0,2-Punkte auf 13,7 Prozent gestiegen (und soll 2020 13,8 Prozent betragen). Die Erste Group habe, „quer über alle Länder“, ein „gesundes Wachstum“.

Risikovorstand CRO Alexandra Habeler-Drabek hebt die mit „2,5 Prozent niedrigste NPL-Quote seit Börsegang 1997“ hervor: die Non-Performing-Loans Deckungsquote sei auf 77,1 Prozent gestiegen – „das liegt auch an der Qualität des Kreditportfolios mit anhaltend niedrigen Risikokosten“.

George & Apple Pay

Privatkundenvorstand Peter Bosek (und CEO der Erste Bank) kündigt an, „George“, das elektronische Kontoführungssystem der Erste Group, weiter ausrollen zu wollen, wenngleich es Verzögerungen gibt: Über 5,4 Millionen Kunden der Erste Group nutzten bereits George; die Kooperation mit Apple Pay als „läuft äußerst gut“, so Bosek. Zahlen darf Bosek dazu nicht nennen – „das ist vertraglich so geregelt“ – aber er kann sich eine Prognose nicht verkneifen: Apple-Pay würde, so Bosek, „laut Schätzungen in der EU in 1 bis 2 Jahren 10 Prozent des Zahlungsverkehr abwickeln. Die „Challenger Banken“ Revolut oder N24 sieht Bosek nicht als direkte Konkurrenz, interessant erscheint ihm die Entwicklung der ING weg von der reinen Online-Bank

Ausblick: 2-4 % in CEE, 1,3 % in Österreich

Natürlich darf bei einem Ausblick nicht der Verweis auf das Corona-Virus fehlen: Das beschäftige intern die Bank für die Gesundheit der Mitarbeiter, meint Spalt; die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft seien noch unklar, aber, sekundiert Bosek (der damit auch den einzigen Lacher bei der Bilanzpressekonferenz erntet): „Das Virus hat einen größeren Einfluss (auf die Weltwirtschaft) als Trump – obwohl der auch so etwas wie ein Virus ist“.

Die positive Wirtschaftsentwicklung sollte sich im Jahr 2020 in den CEE-Kernmärkten der Erste Group in Wachstumsraten (reales BIP-Wachstum) von 2 bis 4 % widerspiegeln; für Österreich erwartet erste Group Spalt 1,3 5 Wachstum. Die Erste Group werde auch 2020 in IT und damit in die Wettbewerbsfähigkeit investieren: Progressive IT-Modernisierung, Backoffice-Digitalisierung und die gruppenweite Etablierung und der Ausbau der digitalen Plattform George stehen dabei im Fokus, erklären Spalt und Bosek. George soll 2020 auch in Ungarn und Kroatien eingeführt werden. Spalt: „Obwohl herausfordernder als 2019, streben wir 2020 ein stärkeres Wachstum bei den Betriebserträgen als bei den Kosten an. Somit rechnen wir für das Jahr 2020 mit einem Anstieg im Betriebsergebnis.“

„Diese guten Ergebnisse möchten wir entsprechend mit unseren Aktionären teilen und werden der Hauptversammlung eine Dividende von 1,50 Euro pro Aktie vorschlagen.“ (hs)

Download der 18seitigen Präsentation „Erste Group Jahresergebnis 2019“ hier.

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