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EY-Studie konstatiert heimischen Versicherern exzellente Solvency

Alle Versicherer in Europa mussten zum dritten Mal, auf der Grundlage von Solvency ll, einen jährlichen Bericht über ihre Finanzlage und Risiken veröffentlichen. In einer umfangreichen Analyse hat die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY Österreichs Versicherungsunternehmen in puncto Solvabilität unter die Lupe genommen.

Rainer Kaufmann, Leiter Actuarial Services bei EY Österreich: „Bei so hohen Eigenkapitalquoten wirtschaften Österreichs Versicherer vorbildlich, übererfüllen mit ihrer Solvabilitätsquote die gesetzlichen Vorgaben und stehen auch im europäischen Vergleich sehr gut da.“ © Stefan Seelig

 

Basis für diese Analyse waren die im April und Mai für das Geschäftsjahr 2018 (Stichtag 31. Dezember 2018) veröffentlichten Berichte über die Solvabilität und Finanzlage von 34 in Österreich durch die Finanzmarktaufsicht beaufsichtigten Versicherungsunternehmen.

Als ausschlaggebende Messgröße für die Solvabilität, also die Ausstattung mit Eigenmitteln, hat Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Transaktions- und Managementberater EY Österreich die Solvabilitätsquote (SCR-Quote, Solvency Capital Requirement) aller Versicherer in den Sparten Lebensversicherung, Nicht-Lebensversicherung und Kompositversicherung und Rückversicherung untersucht. Die Quote berechnet sich aus dem Verhältnis von verfügbaren Eigenmitteln und erforderlichem Risikokapital. Entsprechen die Eigenmittel exakt der Solvenzkapitalanforderung, liegt die Quote bei 100 Prozent.

Heimische Versicherungsunternehmen schneiden beim dritten Bericht nach der Umsetzungspflicht von Solvency II erneut sehr gut ab. Mit einer durchschnittlichen Quote von über 250 Prozent übertreffen sie die gesetzlichen Vorgaben deutlich.

Rainer Kaufmann, Leiter Actuarial Services bei EY Österreich, dazu: „Alle heimischen Versicherer verfügen über genügend Kapitalreserven, um Negativszenarien zu überstehen, die statistisch einmal alle 200 Jahre vorkommen oder in zwölf Monaten eine von 200 Versicherungen treffen können. Bei so hohen Eigenkapitalquoten wirtschaften Österreichs Versicherer vorbildlich, übererfüllen mit ihrer Solvabilitätsquote die gesetzlichen Vorgaben und stehen auch im europäischen Vergleich sehr gut da.“

Bei Kompositversicherungen, also Anbietern von Schaden- und Unfallversicherungen sowie Lebensversicherungen, liegt die durchschnittliche Solvabilitätsquote bei rund 250 Prozent. Die höchste Bedeckungsquote in der Sparte weist mit 336 Prozent die Generali Versicherung auf. Dahinter folgen die GRAWE Versicherung (331 Prozent) und die ERGO Versicherung (309 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei.

Bei LV etwas höhere Quote

In der Sparte Nicht-Lebensversicherungen liegt die durchschnittliche Quote bei rund 260 Prozent. Auf der Spitzenposition liegt mit 388 Prozent die Allianz Elementar Versicherung. Dahinter folgen die VIG Vienna Insurance Group (375 Prozent) und die Österreichische Hagel V.a.G (324 Prozent).

Bei den Lebensversicherungen liegt die Quote mit 263 Prozent im Durchschnitt knapp höher. Die höchste Bedeckungsquote verzeichnet dort mit 352 Prozent die BAWAG P.S.K. Versicherung. Dahinter folgen die FWU Life Insurance Austria AG, ehemalige Skandia (297 Prozent), und die Allianz Elementar Lebensversicherung (259 Prozent).

„Die Erfahrungen in den letzten drei Jahren zeigen, dass die Solvency II-Kennzahlen kurzfristig stark schwanken können. Die Versicherer haben Bewertungsspielräume, um unternehmensspezifische Besonderheiten abzubilden. Manche Unternehmen verwenden anstatt des Standardmodells von Solvency II deshalb auch interne Modelle, die das individuelle Risikoprofil genauer abbilden.“ Das führe zu tendenziell höheren Solvenzquoten, fasst Kaufmann zusammen.

Download der 44seitigen „EY-Studie zum Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) in der österreichischen Versicherungsbranche“, Juni 2019, hier.

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