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Finanzbildung von Frauen – noch ein Gender Gap?!

Im Rahmen des Financial Forum organisierte der FMVÖ gemeinsam mit der Beratungsagentur INARA am Vorabend des Weltfrauentag am 8. März eine Diskussionsrunde zum Thema „Finanzbildung von Frauen“ – mit engagierten Grußworten von Frauen- und Integrationsministerin Dr. Susanne Raab.

Dr. Susanne Raab, Ministerin für Frauen und Integration, FMVÖ-Präsident Erich Mayer: „Wir brauchen Frauen als Vorbilder für Frauen“. © Christoph Kerschbaum

 

FMVÖ-Präsident Erich Mayer, Dr. Brigitta Schwarzer, INARA, Mag. Henriette Lininger, Head of Issuers & Market Data Sales Wiener Börse AG, FMVÖ-Vorstandsmitglied Astrid Valek, Ministerin Dr. Susanne Raab, Dr. Doris Wendler, Vorstandsmitglied bei der Wiener Städtischen Versicherung AG, Mag. Angelika Sommer-Hemetsberger, Vorstandsmitglied in der Oesterreichischen Kontrollbank. © Christoph Kerschbaum

 

© Christoph Kerschbaum

 

Frauen, das zeigten verschiedene Studien, zeigen einfach weniger Interesse an Finanzthemen – was schade ist, fasst FMVÖ-Präsident Erich Mayer einen Befund zur Themenlage „Finanzbildung von Frauen – noch ein Gender Gap“ zusammen: In der Säulenhalle der Wiener Börse sollte am 4.03. jenseits von Gender Gap, Pay-Gap und Pensionslücke ausgelotet werden, ob der Befund, dass Frauen nicht nur weniger verdienen, sondern auch weniger wissen zu Finanzthemen stimmt - und wie folgend die „Financial Literacy“ gehoben werden könnte. Vorweg: Der Befund stimmt so nicht – Frauen agieren einfach anders als Männer; der Befund stimmt: Wenig Geld macht wenig Lust auf Anlageprodukte – Aber: Wissen hilft.

FMVÖ-Vorstandsmitglied Astrid Valek und Dr. Brigitta Schwarzer, Inhaberin der Agentur INARA und umsichtige Moderatorin des Abends, war ein kleiner Coup gelungen: Dr. Susanne Raab, für mache aus der Polit-Beobachter-Szene etwas überraschend im Jänner zur Integrations- und Frauenministerin berufen, hielt eine engagierte Laudatio: Vorsorge von Frauen sei, so Raab, ein „total unterschätztes Thema“, leider auch aus den Lebenszusammenhängen – noch immer – begründet: Denn egal ob im familiären oder Alleinerzieherinnen-Kontext, das „selbstbestimmte, unabhängige Leben“ sei für allzu viele Frauen nach wie vor – unerreichbar. Sie habe sich für ihre Amtszeit drei Schwerpunkte vorgenommen: Frauen zu animieren, frühzeitig persönliche ‚Vorsorge zu treffen (Stichwort Pensionslücke), das Problem der Teilzeitarbeit (oftmals familiär durch Kinder bedingt) und damit geringer einkommen sowie prekärer Entlohnungsverhältnisse in „schlecht zahlenden Branchen“ auf die Agenda zu bringen, ein Pensionssplitting zu überlegen und last but not least: „Wir brauchen Frauen als Vorbilder für Frauen“. Raab erwähnt Maria Schaumayer, legendäre erste – und bisher einzige – OeNB-Präsidentin und die amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde – aber auch die erste weibliche Schiedsrichterin in der Fußball-Bundesliga, Tanja Hausott.

Moderatorin Schwarzer nimmt das Stichwort „Pensionssplitting“ gerne auf: „Denn das Ziel, Frauen selbständiger zu machen, geht nicht nur Frauen allein an, das Thema geht beide Geschlechter an!“

Mag. Angelika Sommer-Hemetsberger, Vorstandsmitglied in der Oesterreichischen Kontrollbank, Vorstandsmitglied in der Oesterreichischen Kontrollbank, gibt als Key-Note Grundsätzliches vor: „Das Thema Finanzbildung ist nicht allein ein Thema für Frauen, das geht beide Geschlechter an. Haben wir zu wenig Finanzbildung?“, fragt Sommer-Hemetsberger, und erwähnt nur als Beispiele die umfangreichen Angebote (auch im Web) von Wiener Börse oder OeNB oder Bankenforum oder auch des Verband der Financial Planners cfp (und naturge,äß der OeKB) – „Es gibt so viele Initiativen, aber es fehlt die Koordination!“ Und von Seiten der Anbieter, auch da wieder eigentlich beide Geschlechter betreffend: „Die Kommunikation der Finanzindustrie könnte verständlicher sein!“ Denn letztlich, meint Sommer-Hemetsberger, liege es an der Eigeninitiative, das Interesse für Vorsorge, Veranlagung, Finanzbildung auch aufzubringen und sich einzubringen – was wiederum mit der Qualität entsprechender Angebote zusammenhängt.

Mag. Henriette Lininger, Head of Issuers & Market Data Sales Wiener Börse AG, FMVÖ-Vorstandsmitglied Astrid Valek (im Brotberuf für Produkte & Marketing bei der HDI Lebensversicherung zuständig) und Dr. Doris Wendler, Vorstandsmitglied bei der Wiener Städtischen Versicherung AG, waren sich in der engagierten Diskussion über Zeitbudgets und Interessenlagen von Frauen, Einkommensunterscheide und Zahlenaffinität in einem fundamental einig: Finanzbildung – wie ja auch, schon oft zitiert, im aktuellen Regierungsübereinkommen erwähnt – ist ein Thema für die Familie und die Schulen von Anfang an, als eigenes Unterrichtsfach.

Es blieb dem Doyen des FMVÖ, Dkfm. Josef Redl, in einer Wortmeldung bei der Publikumsdiskussion auf einen hochpolitischen, ja ideologischen Aspekt aufmerksam zu machen: ein Teil der Pensionsthematik für Frauen sei durch die letzte große Pensionsreform vor nunmehr bald 20 Jahren entstand – in der Regierung Schüssel/Riess-Passer. „Wenn diese damalige Reform zurückgenommen würde, wäre beim Pensionsthema für Frauen schon sehr viel gewonnen!“ (hs)

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