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ForumF-Kommentar: LV–Flaute und die Folgen

Das Prämienvolumen bei den heimischen Assekuranzen wächst mit Handbremse. Die Flaute in der Lebensversicherung ist derzeit der entscheidende Bremsfaktor. Das hat langfristig gesamtgesellschaftliche Folgen.

Knapp vor Redaktionsschluss für diesen Newsletter des ForumF meldete die FMA die Entwicklung der österreichischen Versicherungswirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres. Der Anstieg der Gesamtprämie fiel mit 0,21 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres recht bescheiden aus. „Schuld“ an dieser Entwicklung hat die Lebensversicherung. Denn in der Sparte Schaden/Unfall stieg das Prämienvolumen um immerhin 2,25 Prozent, bei der Krankenversicherung gar um 4,2 Prozent. Nur bei der LEBEN gibt es insgesamt ein Minus von 5 Prozent. Das ist nicht nur die Folge der großen Zurückhaltung bei den Einmalerlägen. Auch in der konventionellen Lebensversicherung gab es einen Rückgang von mehr als 8 Prozent. Allein die „Fondsgebundene“ erlebt eine respektable Renaissance… .

Nun kann man der Meinung sein im praktisch zehnten Jahr der drastischen Niedrigzinspolitik sei das eine natürliche Reaktion des Marktes und achselzuckend zur Tagesordnung übergehen. Aber die Langfristfolgen sind fatal, zumal – wie ebenfalls eine Meldung in diesem Newsletter deutlich zeigt – Österreich auch bei der betrieblichen Altersvorsorge (BAV) im europäischen Umfeld ein Entwicklungsland abgibt.

Die Konsolidierung des Bundeshaushaltes muss in den nächsten Jahren dazu führen, dass die Dynamik des Bundeszuschusses zur Pensionsversicherung deutlich zurückgenommen werden wird. Bei den Versicherten wiederum spricht sich mittlerweile langsam herum, dass zur Pensionsbemessung das Lebenseinkommen linear herangezogen wird, während es in den vergangenen Jahrzehnten die besten 15 oder später 20 Jahre gewesen sind.

Fazit: Wenn die Nettoersatzrate der ASVG – Pension tendenziell sinkt, dann müssen zweite und dritte Säule kräftig ausgebaut werden. Das gilt besonders auch für die Lebensversicherung, die lebenslanges Zusatzeinkommen garantiert. Deshalb ist es gesamtgesellschaftlich so problematisch, wenn die LV–Prämien sinken. Sie müssten deutlicher denn je steigen. Ohne steuerliche Anreize wird das nicht gehen. Aber Gott sei Dank ist ja der oberste Steuerreformer für das Jahr 2020 ein ehemaliger Versicherungsdirektor.

Von Milan Frühbauer

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