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Johann Strobl, RBI: ,Wir reduzieren unsere Erwartungen‘

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat ihren Ausblick an die geänderten Umstände angepasst, die aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung der Verbreitung des COVID-19-Virus das tägliche Leben und die weltweite Wirtschaft erfasst haben. Die damit verbundenen Einschränkungen machen eine schwere Rezession in der Eurozone (Annahme für 2020: 4 % BIP-Rückgang) mit negativen Folgewirkungen auf die Märkte der RBI wahrscheinlich (Annahme für 2020: bis zu 6 % BIP-Rückgang).

Dr. Johann Strobl, Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank International RBI: "Die mit der Bekämpfung der Verbreitung des COVID-19-Virus verbundenen Einschränkungen machen eine schwere Rezession in der Eurozone mit negativen Folgewirkungen auf die Märkte der RBI wahrscheinlich." © David Sailer

 

Noch am 6. Februar konnte Johann Strobl, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank International RBI, für die in Österreich und 13 Märkte der CEE-Region tätige Kommerz- und Investmentbank für die vorläufige Bilanz 2019 „höhere Kernerträge durch gruppenweit starkes Kreditwachstum“ melden: Das Ergebnis vor Steuern stieg im Jahresvergleich um 1 % auf 1.767 Millionen Euro, das Konzernergebnis liegt bei 1.227 Millionen Euro. Der Zins- und Provisionsüberschuss stieg im Jahresvergleich um 8 % beziehungsweise 7 % (bereinigt um die Erträge des 2018 verkauften polnischen Kernbankgeschäfts); die RBI verzeichnete im Jahr 2019 in ihren Märkten einen Anstieg der Kundenkredite um 13 % im, hauptsächlich in der Konzernzentrale (= Österreich), Russland und Zentraleuropa. Die Risikokostenlagen seien nach wie vor sehr niedrig (Neubildungsquote 0,26 %), das NPE Ratio (Non-Performing Loans) wurde weiter auf nun 2,1 Prozent verbessert.

Der Konzern Return-on-Equity (Eigenkapitalrendite) betrug 2019 11,0 Prozent (2018: 12,6 %); das Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrag-Verhältnis) liegt bei 56,6 Prozent (2018: 56,7 Prozent – Durchschnitt der österreichischen Banken: 62,59 Prozent).

Der Vorstand macht (am 06.02.2020) somit einen Dividendenvorschlag von 1,00 Euro pro Aktie, was eine Ausschüttungsquote von 27 Prozent bedeutet.

Anpassung des Ausblicks

Am 18.03. korrigiert die RBI ihren Ausblick, Stichwort Corona-Krise:

„Die damit (Stichwort „COVID-19 Maßnahmengesetz“, Anm.) verbundenen Einschränkungen machen eine schwere Rezession in der Eurozone (Annahme für 2020: 4% BIP-Rückgang) mit negativen Folgewirkungen auf die Märkte der RBI wahrscheinlich (Annahme für 2020: bis zu 6% BIP-Rückgang):
Wir reduzieren unsere Erwartungen für das Kreditwachstum im Jahr 2020.

Die Neubildungsquote dürfte aus aktueller Sicht im Jahr 2020 auf 50 bis 75 Basispunkte steigen, abhängig von Dauer und Ausmaß des wirtschaftlichen Einbruchs.

Wir streben mittelfristig eine Cost/Income Ratio von etwa 55 Prozent an und prüfen, wie sich die gegenwärtigen Entwicklungen auf die Quote im Jahr 2021 auswirken werden.

Wir peilen mittelfristig einen Konzern-Return-on-Equity von etwa 11 Prozent an, evaluieren jedoch noch die Auswirkungen des aktuellen Umfelds auf die Profitabilität im Jahr 2020.

Wir bestätigen unser Ziel einer CET1 Ratio (Kernkapitalquote) von rund 13 Prozent.

Basierend auf dieser Zielquote beabsichtigen wir Dividendenausschüttungen in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses.“ (hs)

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