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Kaum Wissen, dass Veranlagung auch Klimaschutz beeinflusst

Eine Umfrage der Allianz ergibt, dass sich nur knapp 25 Prozent der Versicherungsnehmer in Österreich aktiv interessieren, wie ihr Geld veranlagt wird. Und wenn es um Klimaschutz und Geld geht – der Beitrag von Banken und Versicherungen wird von jeweils über 90 Prozent als unwesentlich gesehen.

Mag. Rémi Vrignaud, CEO der Allianz Gruppe Österreich: „Wir haben unsere Investmentstrategie bereits 2014 gemeinsam mit dem WWF auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.“ © Allianz

 

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Es ist das übliche Paradoxon: 80 Prozent der Österreicher geben an, dass ihnen ein aktiver Klima- und Umweltschutz wichtig ist. Welche Maßnahmen allerdings wirklich wirksam sind, dazu herrscht großes Unwissen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Allianz Gruppe in Österreich mit 1.500 Befragten im Jänner/Februar 2020 Online durchgeführt von MindTake) zum Einfluss von Geld- und Finanzströmen auf den Klimawandel.

Auf die Frage, was die wirkungsvollsten Maßnahmen für Klima- und Umweltschutz seien, wird das Vermeiden von Plastik von rund 83 Prozent der Befragten als besonders wirkungsvoll eingeschätzt, ebenso ganz oben in der wirksamkeit steht Einkauf regionaler/biologischer Produkte (77 Prozent) sowie die Nutzung erneuerbarer energie/Energiesparen (74 Prozent).

Das Vermeiden von Flugreisen erachtet mehr als die Hälfte und den Verzicht auf Fleisch ein Viertel der Befragten als einflussreich – Anmerkung der Allianz-Studienautoren: „Im Vergleich mit den tatsächlichen CO2 Einsparungen, zeigt sich aber eine deutliche Diskrepanz zwischen den Annahmen in der Bevölkerung und der Realität. So reduziert man seinen CO2 Ausstoß durch den Verzicht auf Plastiksackerl pro Jahr um nur 2 Kilo; im Vergleich dazu verursacht ein Kilo heimisches Rindfleisch durchschnittlich 18 Tonnen CO2 und ein Flug von Wien nach Barcelona 267 Tonnen.

Nur 6 Prozent verbinden Klimaschutz mit Geldanlage, Wahl der Bank/Versicherung

An letzter Stelle im Ranking steht klima- und umweltfreundlich angelegtes Geld durch Banken oder Versicherungen: Nur 6 Prozent der Österreicher erachten diese Maßnahme als wirkungsvoll. Dass aber gerade die Finanzbranche starke Möglichkeiten hat, viel zu bewegen, wird unterschätzt, argumentiert die Allianz: „Jeder Euro, den Österreicherinnen und Österreicher auf ein Bankkonto legen oder als Prämie an eine Versicherung zahlen, wird am Finanzmarkt weiter veranlagt. Alleine in Österreich beträgt das Finanzvermögen in Summe 715 Milliarden Euro – fast doppelt so viel wie das österreichische Bruttoinlandsprodukt. Aber nur knapp 13 Prozent der Investments sind aktuell nach nachhaltigen Kriterien angelegt“.

Rémi Vrignaud, CEO der Allianz Gruppe in Österreich, hält in dem Zusammenhang fest: „Bei der Allianz Österreich veranlagen wir jährlich knapp 6 Milliarden Euro an Kundengeldern. Wir haben daher unsere Investmentstrategie bereits 2014 gemeinsam mit dem WWF auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.“

Persönliche Versicherung wird nicht mit „Investments“ konnotiert

Bei der Frage, welche Branchen am wirkungsvollsten zum Klima- und Umweltschutz beitragen können, stehen laut Einschätzung der Befragten die Strom- und Energieversorgung mit 75 Prozent an erster Stelle. Fast gleichauf sind Gütertransport und Logistik mit 74 Prozent, während öffentlichen Verkehrssystemen von 69 Prozent der Österreicherinnen und Österreichern eine große Wirkung am Klimaschutz zugeschrieben wird.

An letzter Stelle stehen die Versicherungen – nur 6 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher vermuten in dieser Branche eine große Wirkung. Auch in der Frage, was Versicherungen konkret in Sachen Klimaschutz beitragen können, sehen die meisten Befragen den größten Hebel in betriebsökologischen Maßnahmen, wie ein ressourcenschonender Umgang mit Papier, Energiesparmaßnahmen oder Dienstreisen mit dem Zug zu absolvieren. Die Allianz-Autoren: „Dass Versicherungen die Prämiengelder ihrer Kundinnen und Kunden am Finanzmarkt investieren und damit Milliardenbeträge in unterschiedliche Bereiche bewegen, ist 38 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gar nicht bewusst“.

Conclusio und Appell von Vrignaud: „Jeder Prämieneuro einer Kfz-, Haushalts- oder Lebensversicherung wird angelegt. Würden alle Versicherungen und Banken ihre Kundengelder in grüne Sektoren wie erneuerbare statt in fossile Energien anlegen, könnten wir gemeinsam unglaublich viel bewegen. Denn zur Erreichung der Klimaziele und der Energiewende braucht es Milliardeninvestitionen von öffentlicher, institutioneller und privater Seite. Hinter jedem Windpark und jeder Bahnverbindung müssen Investoren stehen, die an die Zukunft dieser Branchen glauben“. (hs)

Download der 8seitigen Präsentation „Marktfoschungsergebnisse zum Thema Nachhaltigkeit – Österreichern ist nicht bewusst, dass ihr Geld Einfluss auf unser Klima hat“ hier.

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