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Mastercard ermöglicht Bargeld in 2.085 Gemeinden

Eine Kooperation von Gemeindebund und Mastercard Austria wird flächendeckend in Österreichs Gemeinden, die allesamt unter „Bankomat-Schwund“ leiden, Bargeldbehebung in Gastronomie und Handel ermöglichen. Denn trotz der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs: Die Österreicher setzen ungebrochen (auch) auf Bargeld.

Mag. Alfred Riedl (Präsident Österreichischer Gemeindebund) und Christian Rau (Country Manager Mastercard Austria): „Wir hoffen, dass viele Gemeinden die Initiative aufgreifen und wollen so gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der ländlichen Infrastruktur leisten.“ © Paris Tsitsos

 

"Bargeldservice für Österreichs Gemeinden": PK-Moderatorin Birgit Kraft-Kinz (Agentur KRAFTKINZ & Betreuerin von Mastercard Austria), Günther Rossmanith (Sprecher Textilhandel Wien), Christian Rau (Country Manager Mastercard Austria), Bgm. Mag. Alfred Riedl (Präsident Österreichischer Gemeindebund), Christian Schicker (Business Development Mastercard Austria), Dir. Roger Klimek (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Oberland), Mario Pulker (Fachverbandsobmann Gastronomie, WKO). © Paris Tsitsos

 

Gemeindebund und Mastercard Austria luden am 21. August zur Pressekonfernez in den Presseclub Concordia - Alle österreichischen Tageszeitungen (Kauf- & Gratis) berichten. © Paris Tsitsos

 

Bis zum Jahresende, erwartet Christian Schicker, Business Development Mastercard Austria (2ter von links), sollen „an die 4000 Bargeld-Auszahlungsstellen im Rahmen der Gemeindebund-Mastercard-Kooperation entstehenen, auch Gastronomen, Bäcker und kleine Geschäfte sollen vermehrt dazukommen“. © Paris Tsitsos

 

Es ist, betonen Bürgermeister Alfred Rau, Präsident des Österreichischen Gemeindebund, und Christian Rau, Country Manager von Mastercard Austria, eine „strategische Kooperation für bequemen und einfachen Zugang zum Bargeld“ – auch und vor allem in den vom Gemeindebund repräsentierten 2.085 Gemeinden (von insgesamt 2096), in denen nach eigenen Angaben rund 70% der österreichischen Bevölkerung leben.

Gemeindebund und Mastercard Austria präsentierten die Kooperation gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaftskammer für Handel und Gastronomie sowie Roger Klimek, Vorstand der Raiffeisenbank Oberland (Tiroler Gemeindegebiet von Landeck), der die Voraussetzungen und Notwendigkeiten skizzierte, die die Kooperation von Gemeinden und Mastercard sinnvoll machen: Zwar sei die Anzahl der Geldausgabegeräte vulgo Bankomaten in Österreich in den letzten zehn Jahren recht deutlich von 7.052 auf 8.773 Stellen im Jahr 2018 gestiegen – jedoch seien diese, wie Klimek am Beispiel der Situation in der Region Landeck ausführt: Die Kosten für den Betrieb eines Bankomaten beliefen sich pro Jahr, so Klimek, auf rund 7.500 Euro - das „zahlt sich erst ab 25.000 oder 35.000 Behebungen aus“. Auch Raiffeisen musste im Tiroler Oberland – „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ – Filialen schließen und begrüßt die Initiative von Mastercard, Bargeldbehebungen mit dem Handel (konkret in Tirol derzeit M-Preis, in Österreich REWE-Gruppe und Lidl) möglich zu machen. 5 bis 10 Abhebungen, je nach Gemeindegröße, würden so täglich realisiert (und das sei weit jenseits der Rentabilität eines Bankomaten).

Es könne nämlich nicht sein, dass Gemeinden mit Steuergeld die Erhaltung eines Bankomaten im Ort finanzierten, spielt Gemeindebund-Präsident Rau auf Entwicklungen an, die seit einigen Jahren in der Fläche zu beobachten seien. Die Kooperation mit Mastercard eröffne nun eine echte Alternative.

Bargeld in Handel, Gastronomie und Hotellerie

Bei ausgewählten Händlern – REWE, M-Preis, Lidl, UniMarkt (siehe ForumF-Bericht hier) – an derzeit österreichweit 3.000 Standorten - gibt es bereits auf Initiative von Mastercard das sogenannte Bargeld Service. Bei Supermarktkassen kann der Kunde ganz einfach beim Bezahlen an der Kasse den gewünschten Abhebungsbetrag nennen, die neue Debit Mastercard oder die etablierte Maestro Karte einstecken, PIN eingeben und so Bargeld – bis 200,-- Euro - beziehen. Die Nutzung des Services ist mit einer Konsumation beziehungsweise einem Einkauf, verbunden, für den es allerdings keinen Mindestbetrag gibt. „Selbst bei einer Packung Kaugummi funktioniert die zusätzliche Geldbehebung“, erläutert Mario Pulker, Fachverbandsobmann WKO Gastronomie. Man kann dann bis zu 200 Euro pro Transaktion abheben. Der Betrag, den man abheben möchte, wird zum Gesamtpreis des Einkaufes hinzugefügt und am Beleg ausgewiesen. Nach Abschluss der Transaktion wird dieser Betrag in bar ausgehändigt. Kosten- und das unterstreichen Mastercard-Rau und Gemeindebund-Präsident Riedl – entstehen für den Kunden keine (denn die sind in den Transaktionsgebühren via Konsumationsbeitrag abgedeckt).

Mit Unterstützung des Gemeindebund und der Wirtschaftskammer soll in den kommenden Woche das neue Serviceangebot an Gemeinden, Gastronomie und Handel in den Regionen bekannt gemacht werden. Mastercard Austria, das ja selbst keine Karten ausgibt, aber für die „weltweite Interoperabilität“ (Rau) für Kartenzahlungen sorgt, vermittelt die Dienstleister Six Payment und Card Complete mit den Interessenten sogenannte „Akzeptanzverträge“ zu schließen; sogenannte „Akzeptanzkleber“ mit dem Maestro-/Debitcard-Logo sollen auf die Bargeldstellen aufmerksam machen. Bis zum Jahresende, erwartet Christian Schicker, Business Development Mastercard Austria, sollen „es an die 4000 werden, auch Gastronomen, Bäcker und kleine Geschäfte sollen vermehrt dazukommen“.

Wiewohl das bargeldlose Zahlen deutlich im Steigen begriffen ist, hängen die Österreicher – überdurchschnittlich im europäischen Vergleich – am Bargeld. Erst dieser Tage machte das Nachrichtenmagazin profil mit einem Umfrageergebnis „Große Mehrheit für Bargeld“ eine Schlagzeile; die BAWAG P.S.K. präsentierte das „Bargeld Barometer“: Im Schnitt wird pro Karteninhaber 33mal im Jahr an einem Bankomaten Geld behoben.

Herwig Stindl

  • Partner