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PZV führt mittlerweile ein Schattendasein

Die jüngste FMA-Studie zur Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge signalisiert: Weiterhin rückläufiges Neugeschäft. Die PZV wird zunehmend zur Bestandsverwaltung. Diese bröckelnde Säule der Eigenvorsorge braucht Revitalisierung.

Die FMA – im Bild die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller - veröffentlicht seit 2004 alljährlich die Studie zur „Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge“. © FMA/Dieter Steinbach

 

Die jährliche Studie der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) zur Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (PZV) zeigt eine weitere Abnahme des Neugeschäfts und bestätigt damit den bereits seit Jahren anhaltenden Trend. Die Zahl der Neuverträge lag im Jahr 2017 mit 14.457 um deutliche 22 Prozent niedriger als im vorangegangenen Jahr (2016: 18.474). Von den 22 Unternehmen am PZV-Markt betrieben noch sieben Neugeschäft. Bereits mehr als die Hälfte des Prämienvolumens wird von Unternehmen verwaltet, die kein Neugeschäft mehr betreiben und nur noch Prämien aus bestehenden Verträgen einnehmen.

Mit dem Neugeschäft ist auch das Volumen der abgegrenzten Prämien weiter rückläufig. Insgesamt verringerten sich 2017 die Nettozuflüsse um 5,7 Prozent auf 862,2 Millionen Euro. Bei Versicherungen ließ das Prämienvolumen um 5,3 Prozent nach, während es bei Kapitalanlagegesellschaften (KAG) um 25,4 Prozent zurückging.

Die Kapitalanlagegesellschaften haben sich mit dem Jahr 2010 aus dem Neugeschäft zurückgezogen, die von ihnen verwalteten Verträge reifen daher zusehends ab. Entsprechend stark reduzierte sich die Zahl der von ihnen verwalteten Verträge um 35 Prozent. Versicherungen verzeichneten ebenfalls einen Rückgang von 5,9 Prozent. Insgesamt wurden im Jahr 2017 noch 1.289.833 PZV-Verträge verwaltet (Minus 6,9 Prozent zu 2016).

In einem günstigen Börsenumfeld erzielte das in der PZV veranlagte Vermögen vor Kosten eine (volumsgewichtete) Rendite von 9,6 Prozent, nach 5,8 Prozent im Jahr 2016. Getrieben von der Veranlagungs-Performance erhöhte sich das in der PZV verwaltete Vermögen 2017 um 6,5 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro Bei Versicherungsunternehmen, die einen Anteil von 98 Prozent des verwalteten Vermögens halten, stieg das Volumen um 7,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, während Kapitalanlagegesellschaften einen Rückgang von 30 Prozent auf 164 Millionen Euro verzeichneten.

Die Kosten der PZV bemessen sich an der kalkulierten Prämie. Sie liegen, je nach Anbieter, bei 6 bis 10,5 Prozent. Im Durchschnitt betragen sie bei Produkten mit 20-jähriger Laufzeit 8,2 Prozent, bei solchen mit 30-jähriger Laufzeit 9,6 Prozent der kalkulierten Prämienhöhe.

Die Marktkonzentration liegt weiterhin auf hohem Niveau. Der kumulierte Marktanteil der Top-3-Anbieter im Versicherungsbereich liegt gemessen am Nettoprämienvolumen bei 55 Prozent.

Download der aktuellen und vorgehender PVZ-Jahresbilanzen hier.

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