Sonniges Klima 2020 für Bauwirtschaft und Dienstleister

Bau Baustelle
© Pexels
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Die Bauwirtschaft und der Dienstleistungssektor bleiben auch noch Anfang 2020 die Konjukturstützen in Österreich, weist der aktuelle UniCredit Bank Austria Branchenüberblick aus. Insbesondere Tourismus, die freien Berufe und IT-Dienstleister werden „Wachstumsspitzenreiter“ bleiben; eine „Eintrübung“, aber nur schwächere Rückgänge erwarten die BA-Analysten in der Industrie.

Die Unternehmensbefragungen im Rahmen des UniCredit Bank Austria Branchenüberblick auf Branchenebene von November 2019 vermitteln „ein uneinheitliches, teilweise sogar erfreuliches Konjunkturbild“. Selbst in der Industrie, die seit Monaten von Produktionseinbußen berichtet, haben sich die Produktionserwartungen einzelner wichtiger Branchen im November wieder etwas verbessert. Dies gilt vor allem für den Maschinenbau und die Elektronikhersteller. „In Summe hat sich das Wirtschaftswachstum in Österreich 2019 deutlich verlangsamt, die Unternehmen haben aber gegen Jahresende keinesfalls vollständig das Vertrauen in die weitere Geschäftsentwicklung verloren“, sagt Günter Wolf, Ökonom der UniCredit Bank Austria.

Die Industrieproduktion, die im ersten Quartal 2019 noch deutlich zugelegt hat, ist von Mai bis September im Vergleich zum Vorjahr bereits um 1,5 % gesunken. Hintergrund sind im Wesentlichen die Verlangsamung der Investitionsausgaben im In‐ und Ausland sowie die Turbulenzen der europäischen Autoindustrie. Das Gesamtjahr 2019 wird Österreichs Industrie bestenfalls mit einer Stagnation der Produktionsleistung abschließen. „Voraussichtlich wird die Industrieproduktion im ersten Quartal 2020 weiter sinken, dann aber ihren Tiefpunkt erreicht haben“, sagt Wolf.

Die Bauwirtschaft war 2019 einer der wachstumsstärksten Sektoren in Österreich. Mit 9 % preisbereinigt hatte die Bauwirtschaft 2018 das stärkste Umsatzwachstum seit 15 Jahren. Im Vergleich dazu hat sich die Baukonjunktur 2019 erheblich abgekühlt, sagt Wolf. Dennoch dürfte die Branche im Gesamtjahr 2019 ein Umsatzplus im Bereich von 4 bis 5 % real erreicht haben. Alleine bis September legte der Umsatz preisbereinigt um 7 % zu, mit ähnlich hohen Zuwächsen im Hoch‐ und im Tiefbau.

Der Dienstleistungssektor, in diesem Fall wirtschaftsnahe Dienstleistungen und der Tourismus, zählt seit 2016 zu den wachstumsstärksten Wirtschaftsbereichen in Österreich. Nach einem Rekordergebnis 2018 mit einem Umsatzplus von knapp 6 % nominell hat sich das Sektorwachstum in den ersten drei Quartalen 2019 doch erheblich auf durchschnittlich 4 % nominell verlangsamt. 

In diesem Sektor waren im November hinsichtlich der Nachfrageentwicklung in den kommenden Monaten auch die IT‐Dienstleister, die Anbieter freiberuflicher Dienste und die Unternehmen im Beherbergungs‐ und Gaststättenwesen zuversichtlicher und signalisierten damit, dass sie weitere, überdurchschnittlich hohe Umsatzergebnisse über 2019 hinaus erwarten. Die Sparten verbuchten bereits in den ersten drei Quartalen 2019 ein Umsatzwachstum von jeweils rund 5 % nominell und lieferten damit „einmal mehr die höchsten Wachstumsbeiträge im Dienstleistungssektor“ – „Die optimistischen Befragungsergebnisse im November 2019 im Dienstleistungssektor, zum Teil auch in industrienahen Dienstleistungsbranchen, unterstützen die Annahme einer möglichen Konjunkturstabilisierung im Lauf des Jahres 2020“, sagt Wolf.

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